Coaching und Beratung

Coaching, Beratung, Supervision

Die Beratung, das Coaching oder die Supervision auf systemischer und tiefenpsychologischer Basis richtet sich an Personen mit beruflichen oder privaten Konflikten, die kurz- oder langfristig eine Klärung ihrer Situation oder eine Begleitung benötigen. Hiermit sind Menschen in verantwortungsvollen Positionen der Wirtschaft oder Politik, pädagogisch oder sozial Tätige, in sogenannten „helfenden Berufen“ (LehrerInnen, Pädagogen, Erzieher, Betreuerinnen, Krankenpflegeberufe, Ärzte, Therapeuten…) angesprochen, aber auch jeder andere  in problematischen Lebenssituationen:

– „Burnout“, psychovegetative Erschöpfung in besonderen beruflichen oder privaten Situationen

– „Mobbing“ und schwierigen Konfliktkonstellationen an der Arbeit mit Kollegien oder Teams

– Entscheidungssuche: Hilfe bei wichtigen persönlichen oder beruflichen Entscheidungen

– Überforderungsgefühle in Beruf oder Alltag

– Interaktionelle Probleme mit KlientInnen, Schülern, zu Betreuenden, PatientInnen…

– Paarkonflikte, Familienkonflikte,…

Was ist Coaching und Beratung?

Wenn Sie Rat suchen, dann fragen sie einen Sachkundigen oder lesen einen Ratgeber. Was aber, wenn das nur wenig nutzt, weil das Problem nicht in einem Mangel an Information begründet ist, sondern ggf. in einem Mangel an Flexibilität, einer eingefahrenen, festgefahrenen Situation? Flexibel werden, ist leichter gesagt als getan. Wie kann eine Beratung oder Coaching helfen?

Aus systemischer Sicht indem wir das Problemsystem stören oder anregen, mit dem Ziel die Möglichkeiten oder auch „Freiheitsgrade“ zu vergrößern und Ressourcen zu erschließen, die es bereits gibt. Oder auch neue zu erfinden. Störungen sind – aus anderer Perspektive – Anregungen. Das Hinterfragen durch den außenstehenden Berater (Coach) kann eine Betriebsblindheit korrigieren, wenn Sie vielleicht nur den „Wald vor Bäumen nicht sehen“. Eine Krise wird zur Chance, etwas zu verändern, wenn wir aus dieser offenen Haltung einen Perspektivenwechsel und neue Handlungsmöglichkeiten ableiten. Die „Störung“ durch den Berater kann eine Kraft für eine Neuorganisation, eine Selbstorganisation anregen. Aus diesen systemischen An- oder Einsichten entstehen oft erstaunliche Entwicklungen.

Ein alter Witz mag verdeutlichen, wie wichtig manchmal Perspektivenwechsel sind: Verkehrsmeldung: Auf der A45 kommt ihnen ein Geisterfahrer entgegen… Autofahrer: Einer? Viele!

Der tiefenpsychologischen Ansatz stellt die Beziehungsebene in den Vordergrund: Die Problemlösung wird hier als Lösung von unbewussten Fixierungen aufgefasst. Erarbeitet wird dies in einer Beziehung zwischen Klient und Coach oder Berater. Loslösen können wir uns z.B. aus ungünstigen Haltungen, von falschen Einschätzungen (z.B. über die Gedanken anderer Menschen) oder aus unbefriedigenden Beziehungen, was bewusst oder unbewusst unangenehme Gefühle nach sich zieht: Trauer, Angst, Wut, Schuldgefühle. Die Lösungen sind vielleicht schon bekannt, aber wir scheuen aus unbewussten Gründen bestimmte mit der Lösung verbundene Gefühle und wehren diese unangenehmen Gefühle ab, umgehen aber auch die Lösung: eine Einschränkung unserer Handlungsflexibilität oder auch irrationales Verhalten entsteht, ohne dass wir das wollen. Aus diesem Ansatz heraus gelingt es, durch Bewusstmachen der Mechanismen eine neue Perspektive zu entwickeln.

Wie unterscheidet sich Coaching und Beratung von Therapie?

Die Übergänge von Therapie und Beratung sind naturgegeben fließend. Der Versuch einer Abgrenzung macht auch die Gemeinsamkeiten deutlich. Es macht Sinn, weitere Begriffe einzuführen, um zur Klärung beizutragen.

Der Unterschied zwischen einer Beratung/Coaching und einer Therapie ergibt sich aus dem Auftrag, der von Ihnen als Patientin oder Ratsuchendem erteilt wird. Man kann unterscheiden zwischen:

Therapie: Steht ein Leiden, eine Störung und damit im Sprachgebrauch der Medizin eine Krankheit im Vordergrund, ist der Auftrag diesen Zustand des Leidens lindern oder beheben zu helfen. Damit ist der Autrag zeitlich endlich und inhaltlich klar umschrieben. Dies ist im Übrigen auch die Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Krankenkasse zur Kostenerstattung.

Beratung und Coaching: Ein Ratsuchender befindet sich in einer unklaren Situation, sucht nach Orientierung. Hier können Blockierungen aufgespürt und gelöst werden, vorhandene Strukturen gefördert und die Handlungsmöglichkeiten erweitert werden. Der Auftrag ist hier weniger spezifisch, jedoch auch zeitlich und inhaltlich begrenzt. Unter Coaching versteht man die kontinuierliche Beratung über einen (un)bestimmten Zeitraum.

Supervision: Hierunter wird verstanden, dass der Berater nur mittelbar auf das Problemsystem, also auf die Konfliktpartner oder Institutionen, einwirkt, indem er beispielsweise die Erzieher, Lehrerinnen, Therapeutinnen oder Berater berät.

Begleitung: Hier geht es um eine unabänderliche Problemlage, die es zu ertragen gilt. Dabei kann eine Stabilisierung über einen unbestimmten Zeitraum erreicht werden. Der Auftrag ist somit offen.

Mediation: Unter Mediation versteht man die gemeinsame Beratung von Konfliktparteien (z.B. Geschäftspartner, Ehepartner) mit dem Ziel einer konstruktiven Konfliktlösung und oder emotionalen Klärung. Dazu sind manchmal auch Fachkenntnisse in dem speziellen Konfliktkontext erforderlich.

Selbstentdeckung oder -erfahrung: In einer Zeit der Schnelllebigkeit, Beziehungs- und Kulturlosigkeit wird das Grundbedürfnis des Menschen nach Erkenntnis, nach Selbsterkenntnis und Sinnsuche wiederentdeckt. Viele Menschen möchten wissen und erfahren, aufspüren, warum sie so sind, wie sie sind, oder anders wirken, als sie sich fühlen. Hier ist der Auftrag ohne aktuellen Problemdruck sehr offen.